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Capetown, 26.09.2004
 

Gut 2 Wochen sind nun vorueber. Mein Zeitgefuehl fuer die vergangenen Tage ist eher irritiert, weil es schwer zu sagen ist, ob die Zeit schnell, oder langsam vorueber ging. Alles was passiert ist, was wir erlebt haben ist passiert, ohne grosse Planung, oder grosses Nachdenken. Es ist einfach passiert. Wir sind jetzt hier. Wir sind den Schritt gegangen und jetzt sind wir mittendrin. Im Flow - der Bus, den wir Rusty getauft haben. Jetzt geht es endlich los---laufen lassen---oeffnen---Entwicklung---Freiheit---…….

Diese beiden Wochen waren wie ein Trainingslager fuer die Sinne, viel Ruhe, viel Schlafen, erst einmal runter kommen von allem was davor mit uns, und um uns herum passiert ist. Nebenbei natuerlich erst einmal die fuer uns so wichtige Infrastruktur schaffen. Wir haben uns langsam heran getastet an das –VORSICHT!---Hohe Kriminalitaet----Sehr Gefaehrliche Kapstadt----- wovon man so oft gewarnt wurde und erzaehlt bekommen hat.

Man fuehlt sich hier in den weissen Voroten, wie in einer heilen Welt, allerdings am anderen Ende, aber mit dem Niveau und Level von reichen Laendern. Alles sauber, alles organisiert, und immer alles da, in den shopping malls um die Ecke. Der schoene Blick auf das Meer, die Stadt, der Tafelberg. Wind weht fast immer frisch und die Menschen scheinen meist zufrieden und man redet miteinander, ist nett und relaxed. Alles ist in Ordnung.

Natuerlich sind auch hier, im heilem Norden von Kapstadt viele Dinge auffaellig und zeigen Probleme auf, aber im Gesamtbild, auf den oberflaechlichem ersten Blick ist, oder scheint es hier allen gut zu gehen.
Die Armut, die Kriminalitaet, und die Probleme sind von hier fern gehalten. Hinterm Berg --- dem Tafelberg, in anderen Vierteln --- den Townships, und um doppelt sicher zu gehen, damit keiner aufs private Eigentum kommt, haben sich die Leute hier hohe Mauern um die Hauser gebaut, Gitter vor die Fenster gemacht und man sagt, das viele Waffen haben. Die privaten Ueberwachungsfirmen, "Armed Response" genannt, haben sie bestimmt. Die meisten schwarzen trifft man hier im schoenem Vorort Tableview, im Supermarkt, hinter der Kasse, an der Zapfsaule beim auftanken, oder an der Ampel vor der grossen Kreuzung beim Verkaufen von allerlei, zwischen den Autos, oder an den Bushaltestellen, beim Warten auf die Microbusse.

Die Apartheit ist jetzt ca 14 Jahre vorbei und Suedafrika ist ein Weltweit anerkanntes demokratisches Land . Alle haben die gleichen Rechte und Pflichten, weiss und schwarz, coloured und indisch. Aber noch lange haben nicht alle die gleichen Mittel und Chancen, Wohlstand und Reichtum ist meist Weiss, Armut im Elend ist meist schwarz, oder farbig. Vieles ist schon passiert und noch vieles wird passieren in der Entwicklung der Rainbow Nation, aber viele Dinge werden sich nicht aendern, sind einfach so, wie sie sind. So wie Schwarz Schwarz ist und Weiss Weiss ist. Einfach so, ohne Grund??

Ich freue mich, das es jetzt los geht. Endlich on the road, mit eigenem fahrendem "Rusty". Unser neues zu Hause auf vier Raedern. Vieles wird unterwegs auf uns zu kommen, auf uns warten, aber ich bin ziemlich positiv gestimmt, das wir alles meistern koennen, solange wir die Augen aufhalten, Glueck mit an Bord haben und von allen Dingen am wichtigsten zusammen halten werden. Wir werden schon ganz schoen nah aneinander ruecken muessen, aber eigentlich ist ja eh alles was passieren wird, nur so gut, oder schlecht wie wir es sehen und was wir daraus machen. Always positive!!!

Denke das wir ein super Team sind und das Schiff schon mit ner guten Portion Humor und einigen mega Lachflashs schaukeln werden und die ein, oder andere Welle uns tragen wird. Bin schon gespannt wohin, am besten mal in nen Tunnel, sowie der trauemende Delfin, der war auch auf ner Suche, genauso wie wir.................
...ich geh jetzt schlafen, weil morgen haben wir wieder einiges vor......

oliver schreibenschreib muckes