Wir sind in Beline, ca.
200 km noerdlich von Maputo (ja wir haben es
tatsaechlich nach Mosambik gemacht). Es ist
traumhaft schoen hier, vor uns liegt eine Lagune,
der Sand ist weiss, das Wasser kristallklar
und schaut man nach oben, blickt man in den
afrikanischen Himmel (die Sonne geht gerade
unter und es sind wunderschoene Farben zu sehen)
mit seiner einzigartigen Tiefe!! Unbeschreiblich
schoen... kann nicht schreiben, muss immer wieder
in den Himmel gucken....
O.k., genau das, was ich
vorher schreiben wollte, die letzten vier Wochen
sind wie im Fluge vergangen und so ist auch
jetzt schon der letzte Tag von 2004 angebrochen.
Nachdem wir Durban als angenheme, multikulturelle
und sehr interessante Stadt in unserer Erinnerung
behalten werden, satteln wir auf um nach Huluhuwe
und den gleichnamigen Game Park zu gallopieren.
Wir gehen die Sache ganz gemuetlich an, machen
verschiedene Zwischenstopps, unter anderem auch
in St.Lucia, einem netten Oertchen umschlossen
von einem Feuchtgebiet in dem es so einiges
zu sehen gibt! Zum Beispiel Hippos (Flusspferde),ich
habe mich immer vertan, denn natuerlich war
mir bewusst das Hippos Kolosse sind, dann allerdings,
als ich si vor mir sehe, muss ich mir eingestehen,
das sie einfach viel massiver und vor allem
fetter sind, als ich das in meinem Gedaechtnis
von frueheren Zoobesuchen geparkt habe! Die
Lust auf wilde Tiere und den Game Park wird
also nochmalsin Regionen der Euphorie gehoben.
Diese wird allerdings durch die Verhaltmismaessig
hohen Preiseund das daraus resultierende ausfallen
der Uebernachtung im Park, incl. Nacht Safari
( wird nachgeholt) gebremst. Dennoch, das Gefuehl
von Ruhe und Frieden was mich beim beobachten
der Tierwelt erfasst ist immer wieder etwas
besonderes. Diemal waren es die Giraffen die
wohl am beeindruckensten waren. Sie bewegen
sich so behebig und grazioes, dass die trotz
allem was so passiert den Eindruck einer friedlcihen
und unkomplizierten Welt vermitteln....
Das vorlaeufige Ziel Mosambik
nicht aus den Augen verloren, geht es nach einer
von Moskitos zerstoerten Nachtruhe (ich hasse
diese Viecher/ wir entschliessen und uebrigens
letztendlich doch dazu die Lariam Pillen (Malaria
Prevention) zu nehmen, nachdem wir nochmals
verschiedene Malaria Horrorstories aufgetischt
bekommen haben)weiter Richtung Norden.
Es wird deutlicher, was
uns erwarten wird, die Orte werden kleiner und
die Infrastruktur laesst rapide nach. Dies wird
deutlcih als wir nach einem Platz suchen, um
unserern erneut erplatteten Reifen wieder brauchbar
zu machen. Wir sehen ein paar Reifen vor einer
heruntergekommenen Huette liegen: Das "Reifenzentrum"
von Mbazwana, dem groessten Ort weit und breit!
Hier wird der Reifen dann auch kurze Hand und
vor allem auch mit der Hand von einem nicht
besonders gespraechigem, aber dennoch freundlichem
Kraftpaket unter der Aufsicht seiner super
suessen Kinder, die sich ueber uns
kaputtlachen geflickt.
Die Grenze nach Mosambik
(Farazela) entpupt sich als eine Wie erhofft,
aber nicht erwartet, unkomplizierte angelegenheit.
Es macht den Eindruck einer Bushaltestelle,
da viele Suedafrikanermit ihren 4x4 Trucks,Trailern
mit Booten, Jet Skies und Quart Bikes, hier
direkt hinter der Grenze ihren Plausch abhalten
und sich ihr Bierchen wegziehen. Wir sind etwas
verdutzt, aber als wir selber zum kleinen Grenbzhaeuschen
kommen und die Fahne (Schnaps) und das beckleckerte
Hemd (tippe auf Spinatsuppe) der Beamten riechen
bzw. sehenrelativiert sich das wieder. Der Besoffski
stempelt mit voller Wucht unsere Paesse ab (fast
ein Wunder das er getroffen hat) und wir sind
drin! Drinnen heisst, in Mosambik und auf der
Sanpsite, die Suedafrikaner nutzen die letzten
festen Meter Belag fuer ihre Gesellige Saufrunde,
denn es fuehren ab hier (eine Art kleiner gepflasterter
Parkplatz) tatsaechlich nur noch 2 Sandpisten,
die mit 2 verbogenen und verrosteten Schildern
gekennzeichnet sind, auf die evtl. Ziele. Unsrers
Ponto do Ouro!
In den 16 km von der Grenze
bis Ponto schminkt der Himmel sich die Wolken
ab und wir werden von einem gemuetlich anmutenden
Oertchen, seinem aus Holzgestellen bestehendem
Markt und einem sich im Sonnenlicht spiegeldem
tuerkiesenem Meer empfangen! Wir fuehlen uns
direkt wohl, finden einen guenstigen Stellplatz
zum wohnenund steuern entspannte 10 Tage, die
einen volles Glueckspaket fuer uns Grinsemaenner
ist an. Kontakte entstehen schnell und im nu
sind wir durch Gift einen Jungen aus dem Dorf
fuer das hiesige Lokal Fussbalteam eingekauft!Unter
den fachkundigen Augen der Dorfbewohner wird
hier gefightet. Es ist tiersch heiss, der Sand
Knoecheltief und das lokal Derby in vollem Gange
als wir tatsaechlich beim Stande von 0:2 gegen
Mitte der zweiten Halbzeit aufs Feld kommen.
Mit dem verlassen des Platztes der Gegner, beim
Stande von 2:2, einigen uns nicht verstaendlchen
Diskussionen und dem an die Haende fassen unseres
Teams, welches durch einen Gesang begleitet
wird, der den Gegnern bestimmt kein Lob ausspricht,
findet das Match sein abpruptes Ende! Hier das
Mannschaftsphoto
(incl. der 2 weissen Voegel) des Nationalteams
von Ponto do Ouro.
Von Ponto muten wir dann
Rusty 70 km Sanpiste mit dem anschliessendem
Dessert von 40 km GravelRoad zu! Rusty beweisst
ein weiters mal, das er der "King of all Roads"
ist und meistert die Strecke wie fast schon
gewohnt mit der Note 1. Dem kleinen Bruder von
Rusty, gefahren durch unsere Reisebekanntschaft
McGregor ( Commercial Fisherman in Kanada und
Alaska, mit tonnen von lustigen und interssanten
Stories) und seiner Co Pilotin Belinda muessen
wir einige male unsere Schubkraft schenken,
kommen aber letztendlcih ohne groessere Komplikationen
weiter, BIS wir ( schon auf der Gravel Raod)
einen Stoss von hinten bekommen und erschreckt
einen mit Menschen beladenen Pick Up an der
Stossstange haengen haben! Im nu herrscht ein
chaotsches Getummel um uns! Leute diskuieren:
wir mit ihnen (wir versuchen), sie untereinander,
sie mit uns (sie versuchen). Es hat kienen Sinn,
sie wollen die Polizei rufen unddie Stimmung
wird hektischer. Da der Schadenan Rusty nicht
gross ist, entscheiden wir uns, uns dem Getummel
zu entziehen und womoeglcih korrupten Polizisten
aus dem Weg zu gehen, springen in den Rusty
und geben ihm die Sporen! Ca. eine halbe Stunde
spaeter stehen wir mit einigen Polizisten und
zum Gluck mit einer Dame die in diesem Fall
als unsere Anwaeltin fungiert vor der Polizeiwache
von Catembe. Ja, ja, auch in Mosambik gibt es
Telefon. Es dauert eine Weile und der Fahrer
des anderen Fahrzeugs trifft ein und beteuert
seine Unschuld. Wir haben Glueck, denn offensichtlcih
ist er uns hinten reingerauscht und so kommen
wir zum Glueck mit hilfe unsererer Anwaeltin
mit dem " Richterspruch": Leute, Gericht ist
viel zu teuer, jeder traegt seinen Schaden"
und dem Gefuehl, waere die Frau nicht da gewesen,
haetten wir richtig tief im braunen, stinkendem
gesessen davon!!!
Wir fahren weiter, warten
auf die Faehre nach Maputo, goennen uns ein
kuehles Bier auf den zwar nicht gewonnenen,
aber dennoch glimpflich ausgegangenen Prozessund
geniessen das gutgelaunte, energiegeladene und
chaotische Treiben vor und auf der Faehre.
Maputo outet sich als interessante
und und unter den Zeichen des Kommunismus gepreagte
Stadt. Alles ist wesentlich unorganisierter
als in Sued Afrika und es gibt keine Schoppingmalls
oder sonstigen Luxus. Viele Leute sitzten auf
der Strasse und verkaufen das was sie haben
um fuer ihren Lebensunterhalt zu sorgen. Die
Armut, die Spuren des Krieges und der Scmutz
sind zwar allgegenwertig, dennoch fuehlt man
die Energie der Leute und der Stadt und die
positive Art mit der Situation umzugehen! Wir
verbringen einige Tage in Maputo und machen
uns dann, den Smog hinter uns lassend bereit
fuer den Weg , weiter in Richtung Norden und
den Weihnachtstagen in Badehose entgegen, welche
ja auch den Anfang des Textes beschreibt. (Wir
haben dann die Weihnachtstage in Beline, an
der Lagune verbracht und es war echt ruhig uns
friedlich...)
Mittlerweile steht allerdings
schon die 05 hinter 20 und wir befinden uns
ca 500 km noerdlich von Maputo, in Tofo (leider
gibt es hier keins, dafuer aber so viele Kokuspalmen
wie ich vorher in meinem Leben noch nie gesehen
habe). Vor allem aber, gibt es hier die Moeglichkeit,
die es wie uns gesagt wurde wohl nur an 2 Plaetzen
der Welt gibt, mit Wal-Haien zu schnorcheln,
bzw. zu tauchen! Es war unglaublich, unglaublich,
unglaublich beeindruckend!!! Diese Tier sind
so riesig und schoen, so elegant und friedlich!
Ich werde niemals vergessen, als ich den ersten
Wal-Hai direkt neben mir sehe (ca. einen halben
Meter), wie mein Herzschlag schneller wird und
sich in mir soviel Respekt wie selten zuvor
aufgebaut. Ich schaue neben mich und sehe Muckes,
in dessen Augen das selbe Gefuehl geschrieben
steht!!
Wir goennen uns noch ein
paar schoene Tage unter Kokuspalmen um uns dann
wieder auf der von tiefen Schlagloechern durchzogenen
"Hauptstrasse" von Mosambik in Richtung Maputo
wiederzufinden. Von dort wird es wieder nach
Ponto do Ouro gehen, wo sich dann unsere Wege
fuer eine Weile trennen werden und es dann bald
zwei parallele Erlebnisgeschichten von uns zu
lesen gibt....
Ganz viele Gruesse erstmal
von uns an euch und eine turbo Jahr fuer alle....